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Bereits seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. ist die Anwesenheit von
Menschen im Raum Lindern nachweisbar. Zeugen dieser Besiedlung sind
mehrere noch vorhandene große Hünengräber, u. a.
die Schlingsteine nordwestlich Linderns, die Hünensteine
im Herrensand sowie die Garener Steine.
Funde in der Linderner Gemarkung aus der Römerzeit belegen
den Handel zwischen den Römern und den germanischen Chauken.
Erstmalig erwähnt wurden der Ort Lindern als Lindduri
und die Bauerschaft Holthaus (Holthusen) im Abgabenbuch
des Klosters Corvey aus den Jahren 891 1037. In einer Urkunde
aus dieser Zeit schenkt Thiadolfus dem Kloster Corvey eine eigenbehörige
Familie und eine Hufe in Holthusen und Lindduri.
Im 11. Jahrhundert werden die Bauerschaften Garen und Liener erstmalig
genannt.
Um 1200 befindet sich Lindern unter der Herrschaft der Grafen von
Calvelage-Ravensburg, von 1252 1400 unter der Herrschaft
der Grafen von Tecklenburg.
Nach der Abpfarrung von Lastrup um 1288 wird Lindern selbständiges
Kirchspiel. Das Präsentationsrecht liegt zunächst in den
Händen der Grafen von Oldenburg, die seit dem 16. Jahrhundert
die Herren des Gutes Calhorn damit belehnen, bis es nach der Errichtung
des Offizialats in Vechta an den Bischof in Münster fällt.
Die bereits vorhandenen politischen und verwaltungsmäßigen
Verbindungen mit den Nachbargemeinden Löningen und Lastrup
bleiben weiterhin bestehen.
Am 25. Oktober 1400 geben die Grafen von Tecklenburg ihre Herrschaft
im Amt Cloppenburg, dem auch die Gemeinde Lindern zugehörig
ist, an das Bistum Münster ab. Dort verbleibt Lindern bis Anschluss
an das Herzogtum Oldenburg im Jahr 1803. In der Napoleonischen Zeit
von 1810 1813 gehört die Gemeinde als Mairie Lindern
zum Arrondissement Quakenbrück im Departement Oberems, bis
sie nach der Völkerschlacht von Leipzig 1813 an Oldenburg zurückfällt.
Wirtschaftlich knüpft der Raum Lindern Verbindungen mit den Niederlanden,
da aufgrund der ungünstigen landwirtschaftlichen Bedingungen
die Nebenerwerbszweige des Hollandganges (Torfgraben, Grasmähen)
und des Woll- und Strumpfhandels sowie der Blaufärberei aufgebaut
werden.
In den Jahren 1860/62 wird die dreischiffige gotische Hallenkirche
aus Backstein mit Turm von Joh. Bernh. Hensen, Sögel, erbaut.
Am 1. Januar 1900 erfolgte der Anschluss der Bauerschaft Kleinenging
an die Kleinbahnstrecke Pingel Anton nach Cloppenburg.
Der Streckenabschnitt nach Lindern wird bis November 1900, bis zur
preußischen Landesgrenze bis 1903 hergestellt. Trotz vielfältiger
Bemühungen kann der Lückenschluss zur Hümmlinger
Kleinbahn nach Werlte nicht geschlossen werden, am 15.04.1953 wird
der Betrieb der Cloppenburger Kleinbahn endgültig eingestellt.
Ein großer Wirbelsturm zerstört am 1. Juni 1927 die Bauernschaft Auen-Holthaus fast vollständig. 18 Jahre später wird die
Bauerschaft Osterlindern durch Kriegseinwirkungen ebenfalls fast
gänzlich zerstört.
Die Zeit des Nationalsozialismus bleibt auch in Lindern nicht ohne
Folgen. Bei den Wahlen zum Reichstag am 5. März 1933 erhält
die NSDAP 466 der 1503 in Lindern abgegebenen Stimmen. Die Zentrumspartei
erhält zwar noch 932 Stimmen, dennoch hat sich der Stimmenanteil
der NSDAP gegenüber der letzten Wahl im November 1932 verdreifacht.
Gegen den Willen der Bevölkerung wird die Gemeinde Lindern
im April 1933 aufgelöst und mit der Gemeinde Lastrup zusammengelegt.
Die Eingemeindung wird erst 15 Jahre später gelöst, seit
dem 1. April 1948 ist die Gemeinde Lindern wieder selbständig.
Unterdrückung und Willkür bestimmen das gesellschaftliche
Leben in Lindern bis zum Ende des 2. Weltkrieges im Jahr 1945. Im
sogenannten Kreuzkampf 1936/37 setzen aufrechte Bürgerinnen
und Bürger durch, dass der Erlass der Nationalsozialisten vom
4.11.1936 zur Entfernung aller Kreuze und Lutherbilder aus öffentlichen
Gebäuden Anfang 1937 zurückgenommen werden muss.
Nach Kriegsende ist die Gemeinde zunächst unter kanadischer,
anschließend unter polnischer Besatzung. Diese zieht zum größten
Teil am 10. Dezember 1946 wieder ab.
Im Anschluss an die erste Gemeinderatswahl nach dem Krieg am 28.
November 1948 wird am 14. Dezember 1948 der erste Nachkriegsbürgermeister,
Johann Kuper, Großenging, zum Bürgermeister der Gemeinde
Lindern gewählt.
Nach der Währungsreform 1948 erfährt die Gemeinde einen
starken Aufschwung. Die Flurbereinigung in den 50er und 60er Jahren
verhilft der Landwirtschaft zu einer positiven Entwicklung. Mittelständisches
Gewerbe, Handel, Handwerk und Dienstleistungen breiten sich in den
Folgejahren auch in Lindern aus. Viele Neuansiedlungen führen
dazu, dass neue Gewerbegebiete, aber auch Wohnsiedlungsgebiete erschlossen
werden, die heute das moderne Gesicht der Gemeinde maßgeblich
prägen. Zahlreiche neu geschaffene Arbeitsplätze in Lindern
sichern heute einen auch in wirtschaftlicher Hinsicht gesunden Wohnstandort.
Im Jahr 1999 beläuft sich die Zahl der in Lindern vorhandenen
sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze auf rd. 1.000.
Die Bevölkerung nimmt in den 90er Jahren stetig zu, von 1990
bis 2000 von 4.048 auf 4.794.
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